Aktenberge, Seminarliteratur, dreißig Fachartikel pro Woche: Wer zu langsam liest, verliert jede Woche Stunden. Diese Übersicht bündelt Online-Schnelllesekurse für Erwachsene, die berufsbegleitend funktionieren, vom trainerbegleiteten Vierwochenprogramm bis zum Videokurs für den Preis eines Mittagessens. Gedacht ist sie für Berufstätige, Studierende jeden Alters und alle, die ihr Lesetempo messbar steigern wollen, ohne zwei Tage in einem Seminarraum zu sitzen.
Verglichen wurden Preismodell und Abrechnung, Dauer und Aufbau des Trainings, ob ein Mensch Feedback gibt oder ob man allein vor der Software sitzt, wie der Fortschritt gemessen wird (Wörter pro Minute plus Verständnistest), Zertifikat, Rückgaberecht und die Frage, ob Firmen dasselbe Programm für Teams buchen können. Notiert wurde außerdem, ob Anbieter Sitz und Support in Deutschland haben: Rechnung, Umsatzsteuer und Bildungsurlaub bleiben dann keine Rätsel.
Die Plätze verteilt nicht die Redaktion, sondern die Community. Jede Stimme verschiebt die Reihenfolge, deshalb lohnt der zweite Blick nach ein paar Wochen. In den Karten stehen Pluspunkte, Minuspunkte und Erfahrungen von Leuten, die das jeweilige Training durchgezogen haben. Wer zwischen zwei Kandidaten schwankt, liest zuerst die Minuspunkte: dort steckt meistens die Antwort.
Der Anbieter aus Mönchengladbach steht hinter der gleichnamigen Lesemethode, die in Deutschland vor allem über Hochschulen, Graduiertenakademien und Firmentrainings bekannt wurde. Trainiert wird nicht mit Tempo um jeden Preis, sondern mit Blickspannenübungen, Rückspringkontrolle und regelmäßigen Verständnistests. Neben Präsenzseminaren läuft ein Online-Training über die Webcoached-Plattform: eine Einführung plus zehn Lerneinheiten, zusammen etwa zehn bis zwölf Stunden, in vier Wochen absolviert, dazu Feedback eines Trainers über ein internes Nachrichtensystem.
Sinnvoll für Leser mit Fachliteratur und Aktenlast, die Betreuung wollen und nicht nur eine App. Wer lieber in zwei Abenden durch ein Video klickt, wird das Pensum von einer Einheit pro Tag als lästig empfinden. Anmeldung und Preisauskunft laufen über Formular oder Telefon, Inhouse-Varianten für Teams gibt es ebenfalls.
Mönchengladbach, Hindenburgstraße 296-298
Die Plattform ist die reine Online-Ausgabe der Improved Reading Methode und arbeitet mit der Webcoached-Software. Aufbau: Einführung und zehn Units, jede mit Messung der Lesegeschwindigkeit und anschließendem Verständnistest, insgesamt rund zehn bis zwölf Stunden Trainingszeit, empfohlen eine Einheit pro Tag über vier Wochen. Ein echter Trainer sieht die Werte im Hintergrund, beantwortet Fragen und schickt Hinweise zur Leseeffizienz, die Kommunikation läuft über ein Postfach im Kursbereich.
Gut geeignet für Vielleser mit unregelmäßigem Kalender, weil die Einheiten zu jeder Tageszeit offen sind. Wer Gruppendynamik und Übungen im Raum braucht, ist bei einem Präsenzseminar besser bedient. Zu bedenken: Ohne die tägliche Wiederholung fällt das Tempo nach dem Kurs wieder ab, die Plattform kann Disziplin nicht ersetzen.
Hinter dem Berliner Angebot steht Friedrich Hasse mit dem Trainerpool von Improved Reading Ost. Die Trainerinnen und Trainer arbeiten seit spätestens 2010 in diesem Feld und haben jeweils mehrere hundert Kurse hinter sich, gebucht wird von Graduiertenakademien, Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer, Helmholtz und Leibniz sowie von Bundesbehörden. Neben Gruppenkursen in Berlin gibt es ein Online-Training mit persönlichem Coach, auf Deutsch oder Englisch, mit Geld-zurück-Zusage bei Nichtgefallen und ohne Stornogebühr bei Absage.
Passend für Promovierende, Juristen und Verwaltungsleute, die dicke Texte mit Verständnisanspruch lesen. Weniger passend für Sparfüchse: Betreuung durch einen Coach kostet mehr als ein Videokurs von der Stange. Termine für Berliner Gruppen sind zeitweise weit im Voraus belegt.
Berlin, Kirchgasse 34
Thomas Wunderberg trainiert von Karlsruhe aus Menschen, die den ganzen Tag am Bildschirm lesen. Das Programm Speed Reading Online folgt der Improved Reading Methode: Einführung und zehn Units, etwa zehn bis zwölf Stunden Übungszeit, gedacht für vier Wochen, mit Trainerkontrolle der Lernfortschritte und individuellen Hinweisen per Nachrichtensystem. Ergänzend im Portfolio: Smart Writing für kurze klare Texte, Selbstorganisation und neunzigminütige Impulsvorträge für Firmen.
Interessant für Teams, die Lesen und Schreiben gemeinsam aufräumen wollen, und für Einzelpersonen, die einen erreichbaren Ansprechpartner statt eines Support-Tickets bevorzugen. Wer ein internationales Kursangebot mit Zertifikatskatalog sucht, findet hier nur einen kleinen, spezialisierten Betrieb. Preise und Termine klärt man direkt per Mail oder Telefon.
Der Leipziger E-Learning-Anbieter ist vor allem für Medizin- und Jura-Kurse bekannt, führt im Bereich Persönlichkeitsentwicklung aber den Kurs PoweReading von Zach Davis. Grundlage ist eine Auswertung mit 1.378 Anwendern: durchschnittlich 124,5 Prozent höheres Lesetempo bei vier Prozent besserem Textverständnis. Der Kurs besteht aus Videolektionen mit Übungen und Quizfragen, läuft im Browser und in der App, Anspielen ist gratis möglich, gekauft wird als Einzelkurs oder über eine Flatrate.
Praktisch für Leute, die einen Videokurs im eigenen Tempo wollen, gern zwischendurch am Handy. Wer Korrektur durch einen Trainer erwartet, bekommt sie hier nicht: Rückmeldung liefern nur die eingebauten Tests. Rezensionen loben die klare Struktur, manche Teilnehmer finden die Techniken für Vorwissende zu bekannt.
Der Lernmarktplatz mit Rückendeckung von TÜV Rheinland versammelt über 1.000 geprüfte Online-Kurse, von Arbeitssicherheit bis Rhetorik. Zum Schnelllesen gibt es mehrere Varianten, darunter ein E-Learning mit der Trainerin Brigitte Graf, das auf Berufsalltag zugeschnitten ist: E-Mails, Akten, Dossiers, Lesestrategien für Wissensarbeiter. Vor dem Kauf lässt sich eine Gratis-Lektion ansehen, Firmen verwalten Buchungen über ein Self-Service-Portal mit Nachweisen.
Guter Weg für Angestellte, deren Weiterbildung der Arbeitgeber zahlt und dokumentieren muss. Für private Lerner ist das Angebot etwas nüchtern: Videokurs, Test, Bescheinigung, kein Coaching und keine Community. Da die Kurse von verschiedenen Anbietern stammen, unterscheiden sich Machart und Länge deutlich, ein Blick in die Kursbeschreibung lohnt.
Legentas ist kein Seminar, sondern ein Software-Kurs: fünfzehn Lektionen, die das Blickfeld weiten, Rückwärtssprünge des Auges abtrainieren und auf ein Ziel von 500 und mehr Wörtern pro Minute hinarbeiten. Nach jeder Lektion gibt es Rückmeldung zu Tempo und Erfassung, nach der fünfzehnten ein Abschlusszertifikat. Die Zusatzübungen bleiben auch nach Kursende unbegrenzt zugänglich, was das Nachtrainieren erleichtert. Der Kurs existiert in mehreren Sprachen, dazu gibt es eine Version für Trainer, die ihn ihren Teilnehmern beilegen.
Sinnvoll für Selbstlerner, die einen festen Übungsplan brauchen und Fortschritt in Zahlen sehen wollen. Wer Erklärungen von einem Menschen braucht, sollte weitersuchen. Die deutschsprachigen Seiten wirken an einigen Stellen unfertig, teilweise stehen dort noch Blindtexte.
Der Weiterbildungsanbieter aus Freiburg ist seit 1978 am Markt und führt Speed Reading zusammen mit Gedächtnistechniken in einem Seminar, das auf Markus Hofmanns mega memory Methode aufsetzt. Buchbar ist es als Präsenztermin und als Live-Online-Variante mit Trainer im virtuellen Raum, ergänzt um eine Lernumgebung mit Unterlagen und Downloads. Der Zuschnitt ist betrieblich: Rechnung an den Arbeitgeber, Teilnahmebescheinigung, Inhouse-Durchführung auf Anfrage.
Naheliegend für Fach- und Führungskräfte, die Lesetempo und Merkfähigkeit in zwei kompakten Tagen abhaken wollen, oft aus dem Weiterbildungsbudget. Selbstzahler dürften den Preis sportlich finden, ein Videokurs kostet einen Bruchteil. Wer nur schneller lesen will, zahlt hier auch den Gedächtnisteil mit.
Der weltgrößte Kursmarktplatz führt ein Dutzend deutschsprachige Trainings zum schnelleren Lesen, darunter Speed Reading Bootcamp, eine Masterclass mit dem Versprechen zehnfacher Geschwindigkeit und kompakte Kurse mit rund einer Stunde Videomaterial. Bezahlt wird pro Kurs, mit dauerhaftem Zugriff, häufigen Rabattaktionen und dreißig Tagen Rückgaberecht. Bewertungen, Teilnehmerzahl und Inhaltsverzeichnis stehen offen auf der Kursseite, Vorschauvideos meistens auch.
Der günstigste Einstieg für Neugierige, die Techniken wie Chunking und Subvokalisation erst einmal ausprobieren wollen. Qualität und Didaktik schwanken jedoch stark von Dozent zu Dozent, und Feedback zum eigenen Lesetempo gibt es nicht. Für formale Nachweise beim Arbeitgeber ist das Teilnahmezertifikat oft zu wenig.
Der Berliner Anbieter kommt aus dem Lerncoaching und der fachlichen Nachhilfe und führt Speedreading als eigenes Modul, buchbar online per Video oder vor Ort an einem Standort. Gearbeitet wird im Einzelsetting: Ausgangstempo messen, Lesegewohnheiten auseinandernehmen, Übungen für Blickführung und Konzentration, dann Übertragung auf das eigene Material, also Skript, Lehrbuch oder Prüfungsliteratur. Zielgruppe sind Schüler, Auszubildende und Studierende, Erwachsene in Fortbildung ebenfalls.
Sinnvoll, wenn ein Standardkurs schon gescheitert ist und jemand persönlich nachsteuern soll. Einzelcoaching kostet pro Stunde deutlich mehr als ein Selbstlernkurs, und Preise nennt der Anbieter erst im Gespräch. Wer nachts um elf üben will, findet hier keinen Kurs auf Abruf, Termine laufen über Absprache.
Berlin, Potsdamer Straße 31