Robotik-Kurse mit Lego für Kinder gibt es in Deutschland inzwischen fast überall: im Kinderclub um die Ecke, in der Ferienwoche, an der Junior Uni oder online mit ausgeliehenem Bausatz. Diese Übersicht ist für Eltern gedacht, deren Kind ständig baut und schraubt und wissen will, warum sich ein Motor auf Befehl dreht. Sie zeigt, wer solche Kurse tatsächlich anbietet, für welches Alter und in welchem Format.
Aufgenommen wurden Anbieter, die Robotik-Kurse mit Lego für Kinder mit den Education-Sets bestreiten: Spike Essential, Spike Prime, WeDo 2.0 oder Mindstorms, Material inklusive. Verglichen haben wir Altersstufen und Kursaufbau, Gruppengröße, Preis pro Monat oder Ferienwoche, Standorte, die Möglichkeit einer Probestunde und die Frage, ob das Kind wöchentlich über das Schuljahr kommt oder eine Woche am Stück tüftelt. Die Spanne ist groß: von 20 Euro im Monat im Verein bis zu mehreren Hundert Euro für ein Tagescamp.
Die Reihenfolge bestimmt die Community. Jede Stimme verschiebt die Plätze, die Redaktion stellt nur die Auswahl zusammen. Vor der Anmeldung lohnt der Blick in die Karten: Plus- und Minuspunkte stehen dort nebeneinander, dazu die Erfahrungen anderer Eltern. Und eine Probestunde sagt am Ende mehr als jede Beschreibung.
Liga der Roboter ist 2022 gestartet und betreibt heute rund 30 Standorte, unter anderem in München, Berlin, Hamburg, Augsburg, Nürnberg, Leipzig und Stuttgart. Unterrichtet wird meist in Räumen des Partners Studienkreis, einmal pro Woche über das ganze Schuljahr. Der Weg führt über vier Stufen, vom Bauen ohne Bildschirm bis zu Projekten mit LEGO Spike Prime. Gearbeitet wird in Zweierteams, maximal acht Kinder pro Gruppe.
Passend für Familien, die einen festen Termin über das Schuljahr suchen und keine Sets kaufen wollen: Roboter, Laptops und LEGO stellt die Schule. Versäumte Stunden lassen sich in anderen Gruppen nachholen. Wer nur eine Ferienwoche möchte, findet Camps in den Schulferien, dazu gibt es Geburtstage und Schulworkshops. Die Preise hängen von Standort und Paket ab, deshalb lohnt vorher die Nachfrage.
München, Lortzingstraße 26
Die Junior Uni in Wuppertal gibt es seit 2008. Sie arbeitet als gemeinnützige GmbH, fast vollständig privat finanziert, und richtet sich an junge Leute von vier bis zwanzig Jahren. Im Kursprogramm stehen mehrere LEGO-Reihen: erster Kontakt mit Lego Spike, Mindstorms für Sieben- bis Zehnjährige, Aufbaukurse wie Mindstorms Factory für Elf- bis Vierzehnjährige und WeDo 2.0 für Grundschulklassen. Die Gebühren sind bewusst niedrig, Schulkurse kosten fünf Euro pro Kind.
Wer im Bergischen Land wohnt, bekommt hier viel Technik für wenig Geld, dazu Dozenten aus Wissenschaft und Praxis sowie einen barrierefreien Kursraum. Der Betrieb läuft im Semesterrhythmus, das Wintersemester startet im September, angemeldet wird an festen Anmeldetagen im August. Beliebte Kurse sind schnell voll, und für Familien außerhalb der Region ist die Anfahrt der Knackpunkt.
Wuppertal, Am Brögel 31
Die Robot School wurde 2019 gegründet und unterrichtet vom Standort Steinbach im Taunus aus, dazu in Frankfurt und Wiesbaden. Angesprochen werden Kinder und Jugendliche zwischen fünf und siebzehn Jahren, nach eigenen Angaben haben über 1.000 Teilnehmer die Kurse besucht. Robotik läuft mit LEGO Spike Essential und Mindstorms, daneben stehen Fischertechnik, Scratch, Python, Calliope, 3D-Druck und Medienprojekte auf dem Plan.
Die Formate reichen vom regelmäßigen Nachmittagskurs über Workshops und Feriencamps in allen Ferien bis zu Kindergeburtstagen und Digital-AGs an Schulen. Sinnvoll für Familien im Rhein-Main-Gebiet, die ein Kind erst einmal schnuppern lassen wollen. Wer ausschließlich LEGO sucht, muss im Kurskatalog genau hinsehen, denn der Anteil anderer Themen ist groß.
Steinbach (Taunus), Industriestraße 23b
Das Robo-Studio in Frankfurt-Sachsenhausen wurde 2016 von Kannika und Detlev Barthel gegründet und arbeitet als gemeinnützige GmbH. Kinder ab etwa fünf Jahren bauen und programmieren LEGO-Roboter, später kommen Scratch, Spieleentwicklung, 3D-Modellierung und Elektronikprojekte dazu, zum Beispiel Solarfahrzeuge. Die Kurse laufen vor Ort oder online, ergänzt durch Feriencamps, Kindergeburtstage und Kooperationen mit Schulen wie der Europäischen Schule Frankfurt.
Der Betrieb ist klein und familiär, die Gruppen ebenso. Wer persönliche Betreuung über den großen Namen stellt, ist hier gut aufgehoben. Umgekehrt gilt: bei einem Standort und einem kleinen Team hängt viel an den Terminen, die gerade frei sind. Anfragen laufen unkompliziert per Mail oder Telefon, auch für Schulen und AGs.
Frankfurt am Main, Sachsenhausen
Die Forscherfreunde GmbH sitzt in Leimen bei Heidelberg und veranstaltet Ferienbetreuung mit MINT-Programm, als Tagescamp oder als Forscherreise mit Übernachtung. LEGO ist ein Schwerpunkt: Konstruieren und Programmieren mit WeDo 2.0 für Grundschulkinder, Robotik mit LEGO Mindstorms für die Älteren und NextLevel Coding mit LEGO Spike Prime für Neun- bis Dreizehnjährige. Tagescamps kosten je nach Ort und Länge rund 325 Euro für fünf Tage, Reisen mit Unterkunft liegen deutlich darüber.
Standorte gibt es unter anderem in Oberursel, Frankfurt, Mainz, Köln, Düsseldorf, Karlsruhe und Leimen, der Betreuungsschlüssel liegt bei höchstens einem Betreuer für zehn Kinder. Für Eltern, die Ferienwochen abdecken müssen, ist das praktisch, zumal die Programme auch als Workshop oder Projekttag buchbar sind. Einen wöchentlichen Kurs über das Schuljahr gibt es dagegen nicht.
Leimen, Karl-Theodor-Straße 38
Das KidsLab in Augsburg sitzt am Fischertor und setzt konsequent auf Open-Source-Werkzeuge. Der Kurs Lego Robotics arbeitet mit LEGO Education Spike Prime: Die Kinder erfinden, bauen und programmieren ihren eigenen Roboter, in Schulklassen teilen sich zwei bis vier Kinder ein Set, bis zu dreißig Teilnehmer sind möglich. Für Schulen gibt es Workshops von drei bis sechs Stunden, dazu läuft eine Technik-AG an der Drei-Auen-Grundschule.
Neben Robotik stehen Scratch, Godot, 3D-Druck, Löten und KI auf dem Programm. Die Bauphase läuft bewusst ohne Anleitung, die Kinder probieren selbst und erklären sich gegenseitig, was sie herausgefunden haben. Angenehm für den Geldbeutel: Es gibt Ermäßigungen und eine Null-Euro-Option. Wer einen festen Wochenkurs über das Schuljahr sucht, findet hier eher Blöcke und Ferienworkshops.
Augsburg, am Fischertor
Entdeckum, das Labor für Kinder, liegt in der Rykestraße in Berlin-Prenzlauer Berg und wird von Cristina Pulido Lozano geführt. Die Robotikkurse laufen in Serien: Sechs- bis Achtjährige arbeiten mit LEGO Spike Essential, ab etwa zehn Jahren kommt Spike Prime dazu, dessen Hub bis zu sechs Motoren und Sensoren verbindet. Programmiert wird blockbasiert, je nach Gruppe auch in Python. Ein Block umfasst meist drei oder vier Termine à 60 Minuten, das Material stellt das Labor.
Die Kurse bauen aufeinander auf, ein Einstieg ohne Vorkenntnisse ist nur in den ersten Staffeln möglich. Die Kinder bleiben ohne Eltern im Raum, die Teilnehmerzahl ist klein. Neben Robotik gibt es Experimentierkurse, etwa zu Elektrizität oder Mikroskopie. Für Berliner Familien ein überschaubares Angebot mit klarem Takt und kurzen Wegen.
Berlin, Rykestraße 22
KRoK, der Kunst und Robotik Klub des Vereins STEM Education for Future, sitzt im Steiningerweg in Garching bei München. Die Robotik ist nach Alter gestaffelt: Vier- bis Fünfjährige beginnen mit LEGO Early Simple Machines für 70 Euro im Monat, Sechs- bis Siebenjährige arbeiten mit Spike Essential, Acht- bis Elfjährige mit Spike Prime, beide Kurse kosten 90 Euro im Monat. Jede Serie umfasst zwölf Projekte, programmiert wird am Tablet, symbolisch oder mit Scratch.
Unterrichtet wird auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch, die erste Probestunde ist kostenlos. Für zweite Kurse und Geschwister gibt es je zehn Prozent Rabatt, beides kombinierbar. Zu beachten: Der Monatsbeitrag ist fest, unabhängig von Ferien und Feiertagen, und gebaute Roboter dürfen nicht mit nach Hause, weil jede Gruppe dieselben Sets nutzt.
Garching bei München, Steiningerweg 1
MINT Impuls ist ein gemeinnütziger Berliner Verein, 2014 von Eltern, Lehrkräften und Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft gegründet. Die Geschäftsstelle liegt an der Frankfurter Allee, die Lernwerkstatt in Moabit arbeitet in der Werkstatt der Kulturfabrik. Der Robotikkurs trifft sich dienstags von 15:45 bis 17:15 Uhr in einer Gruppe von höchstens zehn Teilnehmern, gearbeitet wird mit LEGO Mindstorms EV3, Vorkenntnisse braucht niemand. Der Beitrag liegt bei 20 Euro im Monat.
Für Fortgeschrittene ab neun Jahren gibt es einen Kurs, der sich an den Aufgaben der First Lego League orientiert, bei Interesse wird das Team zum Wettbewerb begleitet. Schulen und Horte können Robotik-AGs buchen. Der Haken: Die Nachfrage übersteigt regelmäßig die Plätze, der Kurs ist zeitweise voll, und der Einstieg läuft dann über Ferienworkshops und Warteliste.
Berlin, Frankfurter Allee 2
Hinter der Marke Roboterkurse steht die FINSOTEC GmbH aus Magdeburg, gegründet 2019. Unterrichtet wird im Schülerforschungszentrum GUERICKIANUM II in der Rötgerstraße 8, und zwar mit LEGO Education WeDo 2.0, SPIKE Prime und den älteren Mindstorms Kästen NXT und EV3. Die Ferienkurse laufen als Tageskurse: zwei Stunden ab 19 Euro, längere Blöcke von 9 bis 13 Uhr, auf Wunsch mit Verpflegungspaket. Gebaut wird in Zweierteams, mit vorbereiteten Themen wie "Transport" oder "Welt der Tiere".
Sinnvoll für Familien aus Magdeburg und Umgebung, die einzelne Ferientage buchen möchten, ohne sich für ein ganzes Halbjahr zu verpflichten. Der Einstieg ist ab 6 Jahren möglich, Vorkenntnisse werden nicht verlangt, im Kurs wird auf den jeweiligen Stand eingegangen. Wer eine über Jahre aufgebaute Stufenfolge sucht, findet hier eher lose Einzeltermine. Neben LEGO stehen Calliope mini, Scratch und Stop Motion im Programm, ein guter Teil der Arbeit geht zudem an Kitas, Schulen und Lehrkräfte.
Magdeburg, Rötgerstraße 8