Wer acht Stunden am Monitor sitzt, merkt es abends: trockene Augen, steife Schultern, ein Kopf, der nicht mehr mitspielt. Apps für Bildschirmpausen übernehmen das Erinnern, damit die Pause nicht erst nach Feierabend stattfindet. Diese Übersicht richtet sich an Büroarbeit im Homeoffice, an Studierende in langen Lernphasen und an alle, die nach dem Job noch privat am Rechner sitzen.
Aufgenommen wurden Programme, die genau diese eine Aufgabe erledigen: an Mikropausen, Augenpausen und längere Erholungspausen erinnern. Verglichen wurden Plattformen (Windows, macOS, Linux, iPhone), die Pausenlogik von der 20-20-20-Regel bis zum Tageslimit, wie streng die Unterbrechung ausfällt und ob sie sich aufschieben lässt, die Erkennung von Meetings und Videos, mitgelieferte Übungen und Statistiken, die Sprache der Oberfläche sowie das Preismodell: kostenlos, Einmalkauf oder Abo. Reine Bildschirmzeit-Blocker, Blaulichtfilter und Kindersicherungen bleiben außen vor.
Die Reihenfolge in dieser Liste der Apps für Bildschirmpausen entsteht durch die Stimmen der Community, nicht durch die Redaktion. Wer wählt, schaut am besten zuerst in die Karten: Plus- und Minuspunkte stehen dort nebeneinander, dazu die Erfahrungen anderer Leser.
Stretchly ist ein quelloffener Pausenwecker, den Jan Hovancik seit Jahren pflegt und der unter Windows, macOS und Linux läuft. Voreingestellt sind Mikropausen von 20 Sekunden alle 10 Minuten und längere Pausen von 5 Minuten alle 30 Minuten, beide Intervalle lassen sich frei umbauen. Die Oberfläche gibt es in vielen Sprachen samt Deutsch, installiert wird über die Projektseite, Flathub oder die Paketquellen.
Passt für alle, die keine Lizenz verwalten wollen: Stretchly kostet nichts, finanziert sich über Spenden und lässt sich aus der Menüleiste für eine Weile stummschalten. Eine automatische Erkennung von Videocalls fehlt im Standardbetrieb, in den erweiterten Optionen kann man Programme hinterlegen, bei denen Pausen aussetzen. Für Smartphone oder Tablet gibt es keine Variante.
Time Out kommt von Dejal Systems, entwickelt und betreut von David Sinclair, und zählt zu den ältesten Pausenhelfern für den Mac. Zwei Pausentypen sind vorbereitet: kurze Mikropausen im Minutenraster und längere Erholungspausen, bei denen sich der Bildschirm sanft abdunkelt. Der Download ist kostenlos, die erweiterten Funktionen gibt es dauerhaft über das freiwillige Supporter-Modell.
Die Stärke liegt in der Anpassbarkeit: Pausenbildschirme lassen sich als eigene HTML-Themes hinterlegen, AppleScripts und Automator-Workflows starten zum Pausenbeginn, und die Activity-Ansicht zeigt als Diagramm, wie viele Pausen tatsächlich eingehalten wurden. Wer eine App sucht, die nach dem ersten Start einfach passt, wird von der Menge an Reglern eher gebremst. Windows und Android bleiben unversorgt.
LookAway baut auf der 20-20-20-Regel auf: alle 20 Minuten 20 Sekunden in die Ferne schauen. Kern der Mac-App ist Smart Pause, das Meetings, Bildschirmfreigaben und Vollbildvideos erkennt und die Erinnerung verschiebt, statt mitten in der Präsentation aufzupoppen. Dazu kommen Blinkerinnerungen, Haltungshinweise, ein Screen Score und ein Dashboard mit Sitzungslängen und Pausenverlauf. Vertrieben wird direkt, über den Mac App Store und über Setapp, die Direktlizenz ist ein Einmalkauf im Bereich von etwa 15 bis 19 US-Dollar mit Testphase.
Mit der kostenlosen Begleit-App LookAway Mirror wandert die Pause aufs iPhone, damit die Augenpause nicht im Social-Feed endet. Sinnvoll für alle, die den ganzen Tag in Calls sitzen und starre Timer deshalb längst abgeschaltet haben. Für Windows und Linux gibt es nichts, und wer nur einen simplen Timer möchte, zahlt hier für Funktionen, die er nie öffnet.
Workrave stammt aus der Open-Source-Welt und ist auf die Vorbeugung von RSI-Beschwerden ausgelegt. Drei Ebenen greifen ineinander: Mikropausen von rund 30 Sekunden im Abstand von etwa drei Minuten, längere Ruhepausen und ein Tageslimit für die Zeit an Tastatur und Maus. Während der Ruhepause führt ein Assistent mit Animationen durch Dehn- und Augenübungen. Das Programm läuft unter Windows und GNU/Linux und ist kostenlos.
Gemacht für Vielschreiber, die Beschwerden in Händen, Armen oder Nacken kennen und ein Programm wollen, das nicht nur nett erinnert, sondern konsequent unterbricht. Der Preis dafür: eine Oberfläche im Stil der frühen 2000er und Einstellungen, die man einmal in Ruhe durchgehen muss. Eine offizielle macOS-Version existiert nicht, Updates erscheinen in großen Abständen.
BreakTimer ist ein freies Werkzeug von Tom Watson für Windows, macOS und Linux, das genau eine Frage klärt: Pause jetzt. Länge und Rhythmus sind frei wählbar, etwa fünf Minuten nach jeweils 30 Minuten Arbeit, dazu lassen sich Arbeitszeiten und Wochentage festlegen. Zur Pause legt sich ein Vollbildfenster über den Desktop, das je nach Einstellung nicht wegklickbar ist und erst nach Ablauf verschwindet.
Die richtige Wahl für Menschen, die Erinnerungen sonst reflexartig wegdrücken, und für gemischte Rechnerlandschaften, weil dieselbe App überall gleich aussieht. Übungsbibliothek, Auswertungen und eine Mobilversion fehlen. Ebenso fehlt die Erkennung von Videocalls: Wer viel präsentiert, muss BreakTimer vorher selbst anhalten.
Blink Eye ist ein minimalistischer Pausenwecker für Windows, macOS und Linux, entwickelt als Open-Source-Projekt von Noman Dhoni. Grundlage ist die 20-20-20-Regel, dazu kommen frei belegbare Timer, ein Vollbildhinweis zur Pausenzeit, eine Auswertung der täglichen Nutzung und eine kleine Aufgabenliste direkt im Fenster. Die Installationsdateien liegen auf der Projektseite, der Code offen auf GitHub.
Interessant für Leute, die ohne Konto und Abo arbeiten wollen und ein leichtes Programm im Hintergrund bevorzugen. Die Oberfläche ist englisch, das Projekt jung, Funktionen und Aussehen ändern sich zwischen den Versionen merklich. Wer eine ausgereifte, in Details polierte App erwartet, greift eher zu einer der etablierten Mac-Lösungen.
DeskRest ist ein Pausenwecker für macOS, gebaut von einem einzelnen Entwickler in Deutschland und seit 2025 im Mac App Store. Der Rhythmus folgt zwei Formaten: 20-Sekunden-Augenpausen nach der 20-20-20-Regel und Dehnpausen von etwa drei Minuten mit kurzen Videoanleitungen. Erinnerungen schweigen während Anrufen, Bildschirmfreigaben und im Fokusmodus, die Erkennung läuft lokal auf dem Rechner. Bezahlt wird einmal, ein Abo gibt es nicht.
Sinnvoll für Mac-Nutzer, die Wert auf eine unaufdringliche App aus der Menüleiste legen und Datenverarbeitung außerhalb des Geräts vermeiden möchten. Vorausgesetzt wird macOS 14.2 oder neuer, ältere Macs bleiben also draußen. Die Nutzerbasis ist noch klein, entsprechend dünn sind Erfahrungsberichte und Community-Tipps.
Safe Eyes entstand als freie Linux-Antwort auf das eingestellte EyeLeo und wird als Open-Source-Projekt von Gobinath Loganathan gepflegt. Die App kündigt Pausen vorher an, sperrt auf Wunsch während der Pause die Tastatur und zeigt kurze Übungen für Augen, Nacken und Rücken. Erkennt sie Inaktivität am Rechner, verschiebt sie die nächste Pause automatisch. Installiert wird über Flathub oder die Repositories der Distribution.
Für Linux-Arbeitsplätze die naheliegende Wahl, zumal sich das Verhalten über Plugins erweitern lässt, etwa um Gesundheitsstatistiken oder das Anhalten der Medienwiedergabe. Windows und macOS werden nicht unterstützt. Manche Feineinstellungen erfordern das Bearbeiten von Konfigurationsdateien, und unter Wayland verhalten sich einzelne Funktionen abweichend.
Big Stretch Reminder ist ein kostenloses Windows-Programm von MonkeyMatt, das im Systemtray sitzt und kaum Ressourcen belegt. Das Intervall bestimmt der Nutzer selbst, der Hinweis kommt entweder als dezente Einblendung oder als hartnäckiges Fenster, das erst nach der Pause verschwindet. Wer viel am Stück arbeitet, kann die Erinnerungen automatisch häufiger werden lassen. Vom selben Entwickler existiert zusätzlich eine Browserversion für Rechner ohne Installationsrechte.
Ideal für ältere Büro-PCs und für alle, die einen simplen Pausenzähler ohne Konto, Abo und Cloud wollen. Übungen, Auswertungen und eine Erkennung von Videocalls sucht man vergebens, das Design stammt sichtbar aus einer früheren Windows-Generation. Für Mac, Linux und Smartphone gibt es keine Version.
Stand Up! von Raised Square ist ein Pausenwecker fürs iPhone, den es seit 2014 gratis im App Store gibt. Eingestellt werden ein Zeitfenster, die aktiven Wochentage und das Intervall, etwa alle 30 Minuten ein Hinweis. Auf Wunsch arbeitet die App ortsbezogen und meldet sich nur dort, wo tatsächlich gearbeitet wird, also im Büro und nicht im Café am Samstag.
Der Vorteil gegenüber Desktop-Programmen: Die Erinnerung erreicht den Nutzer auch dann, wenn der Bildschirm ein Tablet ist oder die Arbeit zwischen Räumen wandert. Dafür bleibt der Funktionsumfang schmal, Augenübungen und Nutzungsstatistiken fehlen. Android-Geräte werden nicht unterstützt, und ohne erlaubte Mitteilungen ist die App wirkungslos.