Wer die Modellbahn digital fahren will, braucht zuerst eine Zentrale, die zur Spurweite, zum Geldbeutel und zum eigenen Bedienstil passt. Diese Liste zeigt Geräte vom günstigen Einstiegsset bis zur 12-Ampere-Gartenbahnzentrale, alle im deutschen Handel lieferbar.
Ausgewählt wurde nach handfesten Kriterien: unterstützte Datenformate von DCC über Motorola bis mfx und Selectrix, maximaler Gleisstrom, Anschlüsse für Booster, Rückmelder und Handregler, Steuerung per App oder direkt am Gerät, Lieferumfang und Preis. Aufgenommen wurden nur Digitalzentralen für Modellbahnen, die bei Amazon, OTTO oder eBay in Deutschland wirklich zu kaufen sind, keine Ankündigungen aus Katalogen.
Die Reihenfolge bestimmen die Stimmen der Community, nicht die Laune der Redaktion. In den Karten stehen Stärken, Schwächen und Erfahrungen anderer Bahner, dazu der Hinweis, was noch dazugekauft werden muss: Netzteil, Handregler oder Freischaltcode fehlen häufiger, als der Preis vermuten lässt.
Die Central Station 3 plus ist Märklins großes Steuerpult: mfx, mfx+, DCC und Motorola in einem Gehäuse, dazu ein hochauflösender Farb-Touchscreen, zwei Drehregler und ein integriertes Gleisbildstellpult. Am Anschlussgleis stehen maximal 5 A zur Verfügung, geschaltet werden bis zu 320 Motorola- oder 2048 DCC-Magnetartikel, je Lok bis zu 32 Funktionen. Zwei Lokkartenleser, SD-Slot, s88-Anschluss, zwei USB-Hosts und Netzwerkbuchse sind eingebaut, mit dem Kabel 60123 arbeiten mehrere Geräte an einer Anlage.
Sinnvoll ist das Gerät für gewachsene Märklin-Anlagen mit mfx-Loks, Drehscheibe und vielen Weichen. Wer nur zwei Züge im Kreis fahren lässt, zahlt bei Preisen ab etwa 700 Euro deutlich zu viel. Und ehrlich: Die Fülle an Menüs will erst gelernt werden, ein Wochenende reicht dafür nicht.
Die schwarze Z21 ist eine Zentrale ohne eigenes Bedienteil: gesteuert wird per App, Z21 WLANMAUS oder multiMAUS. Sie versteht DCC und Motorola, gibt 3 A aufs Hauptgleis und hat ein separates, rückmeldefähiges Programmiergleis. Anschlüsse gibt es reichlich: dreimal X-Bus, LAN, CAN, LocoNet, Sniffer-Bus, Booster-Bus und Roco-Rückmeldebus. Der vorkonfigurierte WLAN-Router liegt bei, das Gehäuse misst 207 x 146 x 37 mm, Preise bewegen sich meist zwischen 400 und 450 Euro.
Praktisch ist die Zentrale für alle, die mit Tablet oder Handy fahren und später eine PC-Steuerung planen. Wer Märklin-Loks mit mfx besitzt, muss auf DCC umstellen oder umbauen. Ohne Handregler oder Smartphone geht am Gerät selbst gar nichts, ein Display fehlt komplett.
Die ECoS 2.5 ist die aktuelle Ausgabe von ESUs Multiprotokollzentrale: 7-Zoll-Farbdisplay mit kapazitivem Touch, zwei echte Drehregler samt Funktionstasten und 6 A Gleisstrom, mit denen auch mittlere Anlagen ohne Zusatzbooster laufen. Gefahren wird in DCC, Motorola, Selectrix und M4, RailCom-Meldungen werden ausgewertet, über den ECoSniffer lässt sich eine alte Zentrale weiterverwenden. Neuware kostet im Handel um 650 Euro.
Wer alles am Gerät selbst erledigen will, also Decoder programmieren, Fahrstraßen anlegen, Rückmelder beobachten, kommt hier sehr weit, ohne je einen Computer anzuschließen. Nachteil: Das Gehäuse ist groß und braucht einen festen Platz am Anlagenrand, für die Steuerung per Smartphone ist Zubehör nötig.
Das z21 start Basis-Digitalset besteht aus der weißen z21 start Zentrale, einer Z21 multiMAUS und dem Steckernetzteil, gefahren wird ausschließlich in DCC. Für Handy, Tablet, WLANMAUS und PC-Steuerung ist die Nachrüstung mit Router und Freischaltcode 10814 nötig, bei vorhandenem eigenen Router reicht der Code 10818. Im Handel kostet das Set meist 250 bis 270 Euro, damit ist der Digitaleinstieg unter 300 Euro machbar.
Es ist der bodenständige Weg in die Roco-Welt: ein Drehknopf in der Hand, keine App-Frickelei, später erweiterbar. Für Gartenbahnen oder Anlagen mit vielen Sound-Loks ist die Leistung zu knapp, und wer Motorola- oder mfx-Fahrzeuge im Schrank hat, kommt mit dieser Zentrale nicht weit.
Die LZV200 vereint Zentrale und Leistungsverstärker in einem Kasten von 120 x 55 x 120 mm, 5 A gehen aufs Gleis, gefahren wird reines DCC. Ein globaler RailCom-Detektor ist eingebaut, thermischer Überlastschutz und Fremdspannungsschutz sichern den Betrieb ab. Handregler kommen über XpressNet dazu, etwa der LH101. Die Zentrale allein kostet rund 345 Euro, das Set 101 mit Handregler liegt bei etwa 460 Euro.
Lenz baut in Gießen und pflegt seine Komponenten über viele Jahre, das schätzen Anlagenbauer, die Ruhe und Zuverlässigkeit über Farbdisplays stellen. Wer per Smartphone fahren will, braucht zusätzlich das Interface 23151 und einen Router. Am Gerät selbst gibt es nichts zu sehen und nichts zu drehen.
Die Intellibox 3 folgt auf die 2neo und bringt ein großes Farbdisplay mit Touchfunktion, zwei Fahrregler und die bekannte Klartext-Programmierung der Decoder mit. Gefahren wird in DCC, mfx, Motorola und Selectrix, verwaltet werden 9999 Adressen und eine Lokdatenbank mit über 4000 Fahrzeugen bis Funktion F64. Der Gleisstrom ist zwischen 2 und 4 A einstellbar, WLAN für bis zu 16 mobile Geräte, SD-Kartenslot und Schaltnetzteil gehören dazu. Die UVP liegt bei 699 Euro.
Für Bahner mit gemischtem Fuhrpark ist das eine der bequemsten Lösungen, weil Zentrale, Booster, Keyboard, Programmer und Rückmeldemonitor in einem Gerät stecken. Für Spur G im Garten reicht der Strom nicht, und die Menge an Einstellungen erschlägt Einsteiger im ersten Moment.
Das Set 55821 ist Pikos preiswerter Digitaleinstieg: ein Funkhandregler mit Farbdisplay und beleuchteten Tasten, dazu die SmartBoxWLAN und ein Netzadapter mit 16 V und 32 W. Der Ausgangsstrom beträgt 2 A, gefahren wird DCC, bis zu 69 Loksonderfunktionen sind schaltbar, bis zu vier Handregler lassen sich einbinden. Straßenpreise liegen bei etwa 215 bis 250 Euro, Booster können später ergänzt werden.
Für Startpackungen, Testkreise und kleine Anlagen in H0 oder N passt das gut, der Drehregler liegt angenehm in der Hand und ist fein dosierbar. Wächst die Anlage, wird ein Booster fällig, Rückmelder binden sich nur über LocoNet ein, und mfx-Loks von Märklin bleiben außen vor.
Die mc² ist eine Zentrale für Leute, die ihre Anlage lieber im Browser einrichten: Die Bedienoberfläche läuft als Webinterface über LAN, unabhängig von Apps und Betriebssystemen. Der eingebaute Booster liefert bis zu 6,5 A, Kurzschlussempfindlichkeit und Gleisspannung sind einstellbar, 8 bis 22 V decken Spur Z bis G ab. Gefahren wird DCC, DCC-A, MM, MM2 und m3, dazu kommen die Busse CAN, LocoNet, EasyNet, XpressNet, BiDiB und s88-N. Netzteil und Kabel liegen bei, der Preis bewegt sich um 510 bis 550 Euro.
Wer schon einen Handregler oder ein Tablet hat, bekommt hier viel Technik fürs Geld und Updates ohne Zusatzkosten. Ein Fahrpult gehört nicht zum Lieferumfang, und Märklin-Fahrer verzichten auf den mfx-Komfort mit automatischer Anmeldung.
Die DiMAX 1210Z ist die Gartenbahnzentrale für Spur G und 1: bis zu 12 A Fahrstrom, in den Stufen 4, 7 und 12 A an die Anlagengröße anpassbar, Ausgangsspannung von 14 bis 22 V einstellbar. Ein temperaturgesteuerter Lüfter kühlt die Endstufe der Facelift-Version, die USB-Schnittstelle dient der PC-Steuerung und dem Firmwareupdate von Zentrale und Buskomponenten. Das Gleisprotokoll ist DCC nach NMRA, Lokadressen bis 10239 sind möglich, eine Boosterschnittstelle ist integriert.
Wer schwere Doppeltraktionen mit Sound und Dampf durch den Garten schickt, findet hier die nötige Reserve, LGB-Komponenten lassen sich per Buswandler weiterverwenden. Beim Budget sollte man aufpassen: Netzteil und Navigator-Handregler kommen separat dazu, und für H0 oder N ist die Zentrale schlicht überdimensioniert.
Die Mobile Station ist Märklins kleinste digitale Lösung: ein Handregler mit hintergrundbeleuchtetem Grafikdisplay, integrierter Lokdatenbank, Lokkartenleser und rot beleuchteter Stop-Taste. Sie fährt mfx, Motorola und DCC, greift auf 40 Loks direkt zu, schaltet bis zu 32 Lokfunktionen und 320 Magnetartikel. Den Strom liefert die Gleisbox mit 1,9 A, für H0 sind das 60116 oder 60113. Zwei Geräte arbeiten im Master-Slave-Modus, mit den Hubs 60122 sind bis zu zehn Fahrgeräte möglich.
Aus Startpackungen kennen viele das Gerät, und als Zweitregler an der Central Station 3 bleibt es nützlich. Als Zentrale für eine wachsende Anlage taugt es kaum: kein Gleisbild, keine Automatik, Weichen schalten geht nur über Menüs. Sets mit Box und Netzteil kosten häufig 90 bis 150 Euro.