Wer mit dem Zaubern anfangen will, merkt schnell: Fingerfertigkeit braucht Monate, ein gutes Trickkartenspiel wirkt dagegen schon am ersten Abend. Diese Auswahl richtet sich an Einsteiger, an Eltern auf Geschenksuche und an alle, die für die nächste Familienfeier einen sicheren Kartentrick brauchen.
In die Liste kamen nur präparierte Kartenspiele, die man in Deutschland regulär bei Amazon, OTTO oder eBay bestellen kann. Verglichen wurde nach nüchternen Punkten: Wie viel Übung braucht der Effekt? Kann man mit dem Deck nur einen Trick zeigen oder viele? Liegt eine Anleitung bei, und ist sie auf Deutsch? Aus welchem Karton sind die Karten, halten sie Mischen und Auffächern aus? Dazu kam die Frage, ob das Spiel bei genauem Hinsehen normal wirkt und ob man es dem Publikum in die Hand geben darf. Bei vielen Trickkartenspielen für Zauberanfänger geht das nämlich nicht.
Die Reihenfolge legt die Redaktion nicht fest, die Plätze ergeben sich aus den Stimmen der Community. In jeder Karte stehen Plus- und Minuspunkte, darunter die Erfahrungen anderer Käufer. Wer schon ein Deck besitzt, hilft mit einer ehrlichen Bewertung den nächsten Einsteigern am meisten.
Das Svengali Deck ist das klassische Einsteigerspiel schlechthin. Die Hälfte der Karten ist minimal kürzer und zeigt immer dieselbe Karte, dazwischen liegen normale, unterschiedliche Karten. Blättert man von oben, sieht der Zuschauer ein gemischtes Spiel. Blättert man anders, fällt der Daumen immer auf die gekürzte Doppelkarte. Damit lässt sich eine Karte erzwingen, das ganze Spiel in die gewählte Karte verwandeln oder die Karte an einer genannten Stelle finden. Gedruckt ist es auf Bicycle-Karten mit Rider-Rücken, rot oder blau.
Für Kinder ab etwa zehn Jahren und Erwachsene ohne Vorkenntnisse eignet es sich gut, weil der Mechanismus fast von selbst arbeitet. Die Grenzen muss man kennen: Aus der Hand geben darf man das Deck nicht, und wer den Zuschauer selbst mischen lässt, verrät das Geheimnis. Etwas Übung braucht nur das saubere Durchblättern.
Beim Stripper Deck, auch konisches Spiel oder Wizard Deck genannt, ist jede Karte an einem Ende ganz leicht schmaler geschnitten als am anderen. Mit bloßem Auge sieht man das nicht. Dreht man das Spiel unbemerkt um 180 Grad, bevor die gezogene Karte zurückkommt, steht ihr breites Ende heraus. Mit den Fingerspitzen findet man sie dann an jeder Stelle, auch nach dem Mischen. Auf dieser Grundlage bauen sich Kartenfinden, Trennen von roten und schwarzen Karten und viele Varianten auf.
Das Deck passt zu Einsteigern, die über reine Selbstläufer hinaus wollen. Es sieht aus wie ein normales Bicycle-Spiel und darf kurz gemischt werden, sogar vom Zuschauer, solange die Ausrichtung stimmt. Das Herausziehen der Karte verlangt etwas Gefühl und ein paar Abende Übung. Abgenutzte Kartenkanten machen den Effekt mit der Zeit ungenauer.
Das Invisible Deck gehört zu den bekanntesten Trickspielen überhaupt. Der Zauberer reicht ein unsichtbares Kartenspiel herum, der Zuschauer nennt eine beliebige Karte und dreht sie in Gedanken um. Dann kommt das echte Spiel aus der Schachtel: Alle Karten liegen mit dem Rücken nach oben, nur die genannte liegt verkehrt. Die Wahl ist wirklich frei, es gibt kein Forcieren. Möglich macht das eine Präparation der Karten in Paaren, gedruckt auf Bicycle-Karten.
Für Anfänger ist der Trick stark, weil er fast keine Handarbeit braucht. Vorher muss man allerdings das Ordnungssystem auswendig lernen, sonst sucht man die Karte zu lange. Das Deck darf nicht ausgehändigt werden, und es taugt nur für diesen einen Effekt. Wer gern erzählt und das Publikum einbindet, hat damit einen verlässlichen Abschluss für jede Vorführung.
Das Brainwave Deck ist die gesteigerte Form des Invisible Deck. Der Zuschauer nennt frei eine Karte, sie liegt als einzige umgedreht im Spiel. Zieht er sie heraus, zeigt sich der zweite Schlag: Nur diese Karte hat eine andere Rückenfarbe als der Rest, etwa rot in einem blauen Spiel. Die Schachtel gibt es in Rot und Blau, die Karten sind Bicycle Rider Back im Pokerformat.
Wer den Effekt einmal gesehen hat, versteht, warum er seit Jahrzehnten in Zaubershops liegt. Für Anfänger gilt dasselbe wie beim Invisible Deck: Das System muss man lernen, bis das Herausfinden der Karte flüssig klappt, danach läuft der Trick fast von allein. Ausgehändigt werden darf das Spiel nicht. Im Vergleich zum Invisible Deck ist das Brainwave Deck in der Handhabung etwas empfindlicher, weil man beim Aufmachen auf die richtige Hälfte achten muss.
Beim Rising Card Deck steigt die gewählte Karte langsam von selbst aus dem Spiel heraus. Der Zuschauer zieht frei eine Karte, merkt sie sich und steckt sie zurück, das Spiel darf sogar abgehoben werden. Dann hält der Zauberer das Deck in der Hand oder lehnt es an ein Glas, und die Karte schiebt sich nach oben. Die Mechanik steckt im präparierten Spiel selbst, außen sehen die Karten wie ein normales Bicycle-Deck aus.
Der Effekt ist sehr optisch und kommt bei Kindern besonders gut an, weil man ihn auch aus ein paar Metern Entfernung sieht. Für Anfänger ist wichtig: Die Vorbereitung vor jeder Vorführung dauert einen Moment, und der Mechanismus nutzt sich mit der Zeit ab. Das Spiel ist für genau diesen einen Trick gemacht und darf nicht herumgereicht werden.
Das Mental Photography Deck beginnt mit einem Spiel, das auf beiden Seiten komplett weiß ist. Der Zauberer zeigt die leeren Karten von vorne und hinten, ein Zuschauer denkt an eine Karte. Beim nächsten Durchblättern erscheint genau diese Karte zwischen den weißen, danach hat sich das ganze Spiel in ein normal bedrucktes Bicycle-Deck verwandelt. Hergestellt wird es von Murphy's Magic, erhältlich mit roten oder blauen Rückseiten.
Der Trick arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie das Svengali Deck, deshalb kommen Einsteiger gut damit zurecht. Das Durchblättern will aber sauber geübt sein, sonst blitzt die falsche Seite auf. Die präparierten Karten sind empfindlicher als normale, bei feuchten Händen oder viel Gebrauch lässt die Wirkung nach. Aushändigen ist nicht möglich.
Das Ultimate Marked Deck ist ein gezinktes Spiel auf Bicycle-Rider-Back-Karten, gedruckt von der United States Playing Card Company. Wert und Farbe jeder Karte stehen versteckt im Rückenmuster. Einen Code muss man nicht lernen: Wer weiß, wohin er schauen muss, liest die Angaben direkt ab. Es gibt das Deck mit roten und mit blauen Rückseiten.
Für Anfänger ist es ein vielseitiges Werkzeug, weil es mit Gedankenlesen, Vorhersagen und Kartenfinden viele Effekte erlaubt und dabei aussieht wie ein ganz normales Spiel. Der Zuschauer darf mischen und die Karten anfassen. Die eigentliche Arbeit liegt in der Vorführung: Ein Trick mit gezinkten Karten wirkt nur, wenn man das Ablesen gut versteckt. Aus der Nähe und bei gutem Licht klappt das Lesen am zuverlässigsten.
Cardtoon 1 ist ein Kartenspiel, das beim schnellen Durchblättern wie ein Daumenkino funktioniert. Auf den Karten ist ein kleiner gezeichneter Zauberer abgebildet. Der Zuschauer wählt eine Karte, sie kommt zurück ins Spiel, und beim Blättern sucht die Trickfigur die Karte, fängt sie und präsentiert sie. Zum Schluss verschwindet der gezeichnete Zauberer selbst. Erfunden hat den Effekt der US-Zauberer Dan Harlan.
Das Deck ist vor allem für Vorführungen vor Kindern gedacht, weil es witzig ist und die Figur die Arbeit übernimmt. Für Erwachsene wirkt es eher als lustige Einlage als als großes Rätsel. Die Karte des Zuschauers muss vorher forciert werden, dafür liegt eine Methode bei. Zum Blättern braucht man etwas Gefühl im Daumen, damit die Bewegung flüssig läuft.
Das Set von Spassprofi enthält drei präparierte Kartenspiele in einer Packung: ein Svengali-Spiel mit langen und kurzen Karten, ein konisches Taper-Spiel und ein Spiel mit dem Prinzip der unsichtbaren Karten. Damit bekommt man die drei wichtigsten Grundtypen der Trickkartenspiele zum Preis eines einzelnen Markendecks, bei Amazon lag der Preis zuletzt bei knapp 15 Euro. Die Anleitung ist auf Deutsch, das Set ist ab 16 Jahren angegeben.
Für Einsteiger, die erst herausfinden wollen, welche Art von Kartentrick ihnen liegt, ist das ein vernünftiger Anfang. Die Karten sind keine Bicycle-Qualität und fühlen sich beim Auffächern weniger glatt an, bei häufigem Gebrauch halten sie nicht so lange. Wer später regelmäßig vorführt, steigt meist auf die einzelnen Markenspiele um.
Das Colour Changing Deck von ProTriXX ist ein Farbwechsel-Spiel auf Bicycle-Karten: Die Rückseiten des Kartenspiels ändern im Laufe des Tricks ihre Farbe. So kann der Zauberer etwa zuerst ein blaues Spiel zeigen, eine Karte wählen lassen und am Ende ein rotes Spiel vorweisen. Mitgeliefert werden eine Anleitung auf Deutsch und eine Videoanleitung. Bei Amazon lag der Preis zuletzt bei knapp 18 Euro, die Bewertung bei rund vier von fünf Sternen aus über 160 Stimmen.
Für Anfänger ist die deutsche Videoanleitung ein echter Vorteil, weil man die Handgriffe sieht statt sie aus Text zu erraten. Man muss das Spiel vor jeder Vorführung richtig ordnen, sonst geht der Wechsel schief. Die Karten dürfen nicht in fremde Hände. Im Vergleich zu den US-Klassikern ist die Auswahl an zusätzlichen Tricks mit diesem Deck kleiner.