Wer allein wohnt und schon einmal gestürzt ist, kennt die Frage: Wie kommt Hilfe ins Haus, wenn das Telefon zu weit weg liegt? Genau hier setzen Hausnotrufdienste für Senioren an. Diese Übersicht ist für ältere Menschen gedacht, die selbstständig bleiben wollen, und für Angehörige, die aus der Ferne mitdenken und wissen möchten, was ein Knopfdruck tatsächlich auslöst.
Verglichen wurden Anbieter, die aktuell in Deutschland arbeiten, Vertragspartner der Pflegekassen sind und eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale betreiben. Wichtig waren die monatliche Grundgebühr und die einmalige Anschlussgebühr, der Zuschuss der Pflegekasse ab Pflegegrad 1, die Technik im Detail (Festnetz, SIM-Karte, Sturzsensor, GPS), Zusatzleistungen wie Schlüsseldepot oder Bereitschaftsdienst vor Ort sowie Laufzeit und Kündigungsfrist. Reine Vergleichsportale und Gerätehändler ohne eigene Zentrale bleiben außen vor.
Die Reihenfolge entsteht nicht in der Redaktion, sondern durch die Stimmen der Community. Sinnvoll ist deshalb der Blick in die einzelnen Karten: dort stehen Pluspunkte, Minuspunkte und Erfahrungen der Nutzer. Und weil viele Hausnotrufdienste regional organisiert sind, lohnt vor der Unterschrift immer ein Anruf beim örtlichen Anbieter.
Die Johanniter-Unfall-Hilfe betreibt ihren Hausnotruf bundesweit über Regionalverbände und staffelt das Angebot in drei Pakete. Das Basispaket liegt bei rund 25 Euro im Monat, dazu kommen etwa 49 Euro Anschlussgebühr. Ab Pflegegrad 1 deckt der Zuschuss der Pflegekasse die Grundausstattung in vielen Fällen komplett. Das Komfortpaket ergänzt die Schlüsselhinterlegung, das Premiumpaket wöchentliche Anrufe zum Wohlbefinden, Zubehör wie einen Rauchwarnmelder und eine Anpassung der Technik vor Ort. Wer auch draußen abgesichert sein möchte, kombiniert die Basisstation mit einem GPS-Mobilteil.
Passt für Menschen, die eine große Organisation mit eigenen Rettungsstrukturen im Rücken haben wollen und eine Beratung am Küchentisch schätzen. Wer die Technik schnell braucht, sollte gezielt nach dem Installationstermin fragen: Nutzer berichten je nach Region von mehreren Wochen Wartezeit. Verbindlich sind immer die Preise des zuständigen Regionalverbands.
Der Malteser Hilfsdienst arbeitet mit drei Paketen und weist die Preise offen auf der eigenen Seite aus: Grundsicherheit liegt bei 27 Euro monatlich, Komplettsicherheit und Komplettsicherheit Plus bei rund 60 beziehungsweise 65 Euro. Eine einmalige Servicegebühr fällt derzeit nicht an, gekündigt wird mit einem Monat Frist zum Monatsende. Genau 27 Euro übernimmt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1, das Grundpaket bleibt damit in der Regel ohne monatlichen Eigenanteil. Zwei Rauchwarnmelder kosten 5 Euro im Monat extra.
Besonders für Alleinlebende ohne Angehörige in der Nähe interessant: In den beiden Komplettpaketen kommt im Bedarfsfall ein Bereitschaftsdienst der Malteser in die Wohnung, der Schlüssel liegt hinterlegt. Das erspart im Ernstfall die aufgebrochene Tür. Wer nur den Notrufknopf will, fährt mit der Grundsicherheit günstiger und verzichtet auf die Hilfe vor Ort.
Das Deutsche Rote Kreuz bietet den Hausnotruf über seine Kreisverbände an, die bundesweite Servicenummer 08000 365000 vermittelt an den Verband vor Ort. Das Basispaket startet vielerorts bei 25,50 Euro monatlich und entspricht damit dem klassischen Kassenbetrag; Komfortpakete mit Schlüsselsafe und Hintergrunddienst liegen je nach Kreisverband deutlich höher, in Dortmund etwa bei 62 Euro. Auffällig ist die Bandbreite an Zubehör: Rauch-, Wasser- und Gasmelder, Zugtaster fürs Bad, Falldetektor, Bett- und Epilepsiesensoren oder Medikamentenspender lassen sich einzeln dazubuchen.
Sinnvoll für alle, die eine Anlaufstelle in der eigenen Stadt wollen und die Technik schrittweise erweitern möchten. Fehlalarme bearbeiten die Zentralen ohne Zusatzkosten. Wer Hilfe durch DRK-Personal statt durch Nachbarn erwartet, muss prüfen, ob der Hintergrunddienst im eigenen Wohngebiet überhaupt fährt.
Der Arbeiter-Samariter-Bund verbindet die Feststation entweder mit der Telefonleitung oder mit dem vorhandenen Internetanschluss, dazu kommt ein wasserdichter Sender als Armband oder Anhänger. Das Basisangebot beginnt bei rund 25,50 Euro im Monat, die einmalige Anschlussgebühr liegt je Verband zwischen etwa 20 und 60 Euro und deckt den betriebsfertigen Anschluss samt Einweisung ab. Auf Wunsch ist die Tagestaste mit dem Signal "alles in Ordnung" enthalten. In vielen Regionen gibt es zusätzlich einen mobilen Notruf, der auch beim Spaziergang oder auf dem Rad funktioniert.
Geeignet für Menschen, die einen einfachen, günstigen Einstieg suchen und die Rufbereitschaft eines Pflegedienstes später ergänzen wollen. Wer den Vertrag ohne Bindung braucht, findet das bei einigen Landesverbänden, etwa in Hamburg mit monatlicher Kündigung ohne Mindestlaufzeit.
Bei der Caritas läuft der Hausnotruf über Diözesan- und Ortsverbände, eine bundesweite Postleitzahlensuche führt zum Anbieter in der Nähe. Die Grundgebühr liegt meist bei 27 Euro monatlich und wird ab Pflegegrad 1 von der Pflegekasse getragen. Technisch setzen die Verbände auf unterschiedliche Systeme: klassische Geräte von TeleAlarm, mobile Lösungen von easierLife oder den sprachgesteuerten CARU, wobei die modernen Varianten mit Zuschlägen um 29,50 Euro zu Buche schlagen. Ein Schlüsseltresor inklusive Montage kostet beim Kreisverband Coesfeld einmalig 50 Euro, Aufschaltung und Anfahrten bleiben dort ohne Gebühr.
Stark ist die Verzahnung mit ambulanter Pflege, Menüservice und Beratung aus einer Hand. Wer ein bundesweit einheitliches Paket erwartet, wird enttäuscht: Manche Standorte vermitteln den Hausnotruf nur und kooperieren dafür mit anderen Trägern.
Vitakt aus Rheine ist ein privater Anbieter mit eigener Notrufleitstelle und arbeitet bundesweit, oft über Partner wie Pflegedienste und Wohlfahrtsverbände vor Ort. Das Vitakt-Basis kostet 25,50 Euro Miete im Monat und kommt mit zwei Funksendern, einem Armband und einem Anhänger; nach Zusage der Pflegekasse ist das System mehrkostenfrei. Wer keinen Telefonanschluss nutzen will, nimmt das kabellose Vitakt-Vario mit Mobilfunkübertragung, zahlt dafür aber einmalig 86 Euro für die Telekommunikationsleistung, die keine Kassenleistung ist. Der grüne Sender ist das Erkennungszeichen der Marke.
Praktisch ist die individuelle Kontaktliste mit fester Reihenfolge, ergänzend lässt sich eine Hausnotrufbereitschaft mit Schlüsselaufbewahrung über einen Pflegedienst einbinden. Deren Preis hängt vom Dienst ab und wird selten von der Kasse übernommen.
Die Libify Technologies GmbH sitzt in München und hat sich auf Notrufsysteme spezialisiert. Das libifyBasic ist der schlichte Klassiker mit rund 50 Metern Reichweite um die Basisstation, die dank integrierter SIM-Karte nur eine Steckdose braucht, keinen Telefonanschluss. Das libifyHome ergänzt Sturzsensor, Bildschirm und Videotelefonie mit Angehörigen, das libifyMobil 2.0 arbeitet mit GPS und Sturzerkennung in ganz Deutschland. Beim Vertragsabschluss wird ein Notfallplan mit Vorerkrankungen und Medikation angelegt, den Antrag bei der Pflegekasse übernimmt der Anbieter.
Interessant für Haushalte, die moderne Technik statt Verbandsstruktur wollen und den Kontakt zur Familie über das Gerät halten möchten. Wer Preise vergleichen will, muss anrufen: Auf der Website stehen die Tarife nicht. Eigene Helfer vor Ort schickt libify nicht, alarmiert werden Kontaktpersonen und Rettungsdienst.
easierLife aus Karlsruhe verschickt seine Systeme fertig konfiguriert, aufgebaut wird ohne Techniker: einstecken, fertig. Zur Auswahl stehen HOME für die Wohnung, GO für unterwegs, der Kombi HOME&GO und die Notrufuhr WATCH mit Sturzerkennung. Alle Geräte bringen SIM-Karte und Akku mit, funktionieren also ohne Internet und auch bei Stromausfall. Verträge sind monatlich kündbar, dazu gibt es eine vierwöchige Testphase und eine einmalige Bereitstellungsgebühr. Nach Zusage der Pflegekasse sinkt die Monatsgebühr der WATCH auf 9,45 Euro.
Besonders für Familien gedacht, die mitbekommen wollen, was passiert: Die kostenlose App meldet Notrufe und Ereignisse an Angehörige, alternativ zur professionellen Notrufzentrale lässt sich der Familiennotruf einstellen. Der Kundenservice ist werktags erreichbar, nicht am Wochenende.
Die Arbeiterwohlfahrt bietet den Hausnotruf über ihre Kreis- und Bezirksverbände an, häufig in Kooperation mit Technikpartnern wie Vitakt. Die monatliche Grundgebühr bewegt sich meist zwischen 23 und 25,50 Euro und wird bei bewilligtem Antrag von der Pflegekasse getragen, die Anschlusskosten liegen je Produkt zwischen null und rund 40 Euro. Reichweite bis in Garten und auf die Terrasse, langlebige Senderbatterien mit Warnmeldung und ein individueller Ablaufplan für den Notfall gehören zum Standard.
Der eigentliche Vorteil liegt in der Nachbarschaft: Viele AWO-Verbände betreiben den ambulanten Pflegedienst gleich mit, der im Notfall nach dem Rechten schaut, wenn Angehörige nicht erreichbar sind. Wer ein einheitliches Bundesangebot mit fester Preisliste sucht, muss trotzdem beim Verband vor Ort anfragen, denn zentral gebucht wird hier nichts.
SONOTEL ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz in Hamburg und einer eigenen Notrufzentrale in Wedel, die nach Angaben des Anbieters jährlich über 150.000 Notrufe annimmt. Als bundesweiter Leistungserbringer ist SONOTEL Vertragspartner aller Pflegekassen: Für Pflegebedürftige, die viel allein sind, ist der Hausnotruf nach Paragraf 40 SGB XI kosten- und zuzahlungsfrei. Ohne Pflegegrad kostet der Anschluss 27 Euro im Monat. Wird ein Gerät mit SIM-Karte gebraucht, kommen einmalig 79 Euro oder 5 Euro monatlich dazu. Technisch sind analoge, VoIP- und GSM-Geräte im Einsatz, passend zum Anschluss vor Ort.
Der Anbieter empfiehlt einen Probealarm pro Monat und liefert bei Defekten kostenlos ein Ersatzgerät. Sympathisch ist die Gesprächsrunde "sonolog" für Teilnehmende, die einfach reden möchten. Eigene Einsatzkräfte für die Wohnung gibt es nicht.